Entdeckt: Die Musik

Wie entsteht ein musikalischer Gesamteindruck?

Das Gehör unterscheidet bei Musik im Wesentlichen zwischen Direktschall und Indirektschall.

Direktschall ist der Teil des Schallereignisses, welcher das Ohr direkt ohne Reflexionen trifft.

Indirektschall folgt dem Direktschall über eine oder mehrere Reflexionen. Dabei werden zeitnahe Reflexionen noch als Bestandteil des Direktschalls wahrgenommen - das ist vor allem bei Erstreflexionen (vor allem an den Seitenwänden) der Fall. Erst ab einem zeitlichen Nachlauf von 10 ms (Millisekunden = Tausendstel Sekunden) kann das Gehör zwischen Direktschall und Indirektschall unterscheiden.

Bei Livemusik mit akustischen Instrumenten tritt ein nahezu ideales Rundstrahlverhalten auf. Dadurch treten starke Reflexionen auf, welche eine höhere Gesamtlautstärke erreichen können als der Direktschall.

Um den musikalischen Eindruck zu erhalten, wird auf eine kontrollierte Bedämpfung geachtet - und auf eine Mindestgröße. Letztere sorgt für einen ausreichenden zeitlichen Abstand zwischen Direktschall und den ersten Reflexionen. Das ermöglicht für das Gehör eine sichere Unterscheidung zwischen Direkt- und Indirektschall und damit viele akustische Prozesse - insbesondere die räumliche Wahrnehmung.

Wie entsteht der musikalische Gesamteindruck in einem typischen Hörraum?

Hörraume, in denen Musikanlagen stehen, sind i.d.R. kleiner als Live-Bühnen. Daher erfolgen auch die Reflexionen des Schalls früher. Damit liegen Direkt- und Indirektschall zeitlich wesentlich näher beieinander: Meist passieren beide das Gehör innerhalb von 10 ms.

Das Gehör ist nun kaum noch in der Lage, beides zu trennen. Deshalb addiert es beide Schallarten einfach, was die Tonalität (empfundene Lautstärke über das Frequenzband) verändert.

Zusätzlich werden vom Gehör die entsprechenden Reflexionsflächen (meist die seitlichen Wände) als virtuelle Schallquellen identifiziert und der realen Schallquelle zugeordnet.
Instrumente und Stimmen erscheinen also größer oder verschoben - die Ortung (Lokalisation) wird erheblich erschwert.

Was bewirken Mehrwegelautsprecher in typischen Hörraumen?

Mehrwegelautsprecher bewirken unter den genannten Prämissen eine Verstärkung der Probleme: So werden die meisten Mehrwegelautsprecher auf gutes Rundstrahlverhalten gezüchtet, d.h. der Freqenzgang fällt unter Winkel möglichst wenig ab.

Damit wird besonders viel Schall an die Wände geworfen, welcher als (zu) frühe Reflexion mit den genannten Problemen führt.

Hinzu kommt, dass durch den Übergang von Mittel- zum Hochtöner ein "Sprung" im Abstrahlverhalten des Lautsprechers entsteht. Es werden also nicht nur zuviele, sonders (über das Frequenzband gesehen) auch noch unregelmäßige frühe Reflexionen erzeugt!
Das ist ein Grund, warum auch linear abgestimmte Lautsprecher in manchen Hörräumen zum "kreischen" neigen.

Was bewirken Breitbänder in einem typischen Hörraumen?

Breitbänder haben einen Vorteil, den Viele bisher eher als Nachteil betrachteten: Sie bündeln den Schall auf den Hörplatz.

Das bedeutet, dass der Frequenzgang unter Winkel abfällt, zuerst im Hochton-, dann im Mitteltonbereich. Dies verringert die frühen Reflexionen, denn wenn weniger Schall seitlich an die Wände geworfen wird, kann von diesen auch weniger zurückreflektiert werden.

Dies allein ist natürlich noch kein Garant für guten Klang. Ziel sollte sein, dass im Raum die Summe aus Direktschall und frühen Reflexionen (auch Energiefrequenzgang genannt) über das gesamte Frequenzband konstant bleibt. Um den im Hochton immer geringeren Reflexionsanteil auszugleichen, ist bei Breitbändern ein auf Achse (Direktschall) ansteigender Frequenzgang erforderlich. Dabei sollte sowohl der Anstieg im Frequenzgang als auch die Bündelung kontrolliert und stetig erfolgen - auch hier dürfen keine Sprünge entstehen.

Leider ist damit ein Problem noch nicht gelöst. Die späten Reflexionen (ab 10 ms nach dem Schallereigniss) fehlen immer noch, da sie für die räumliche Wahrnehmung wichtig sind.

Was machen Pointos Lautsprecher in einem typischen Hörraum?

Zunächst haben unsere Chassis das, was gute Breitbänder auszeichnet:
Ein gutmütiges Abstrahl- und Bündelungsverhalten, kombiniert mit einem kompensatorisch ansteigenden Frequenzgang. Dies ergibt in Summe eine ausgewogene Tonalität am Hörplatz, welche vor allem Kunden mit kritischen Räumen verblüfft. Dies gilt umso mehr, als das wir keinerlei Korrekturnetzwerke einsetzen. Kaum ein Breitbänder kommt ohne aus!

Wir haben aber noch eine Spezialität: Unsere Transmissionlines. Dieses Gehäuseprinzip verzögert den rückwärtigen Schall des Chassis im Verhätlniss zum Direktschall. Normalerweise wird dieser Effekt nur im Bassbereich genutzt, um eine Auslöschung (akustischer Kurzschluss) von front- und rückwärtigen Schall des Chassis zu verhindern.

Wir nutzen durch eine geänderte Konstruktion auch Teile des Mitteltons, um diesen - ebenso zeitversetzt - aus dem Gehäuse zu führen. Nach einer weiteren Reflexion an der Rückwand des Hörraumes ist die Verzögerung so groß, dass durch das Gehör endlich eine Trennung vom Direktschall möglich ist.

Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich volle Raumwahrnehmung in Breite und Tiefe - auch in etwas kleineren Räumen.